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Eine sehr alte Dorfkirche
Die Evangelische Pfarrkirche liegt an der höchsten Stelle im alten Ort. Ihr gingen hier bereits mehrere bis ins Frühmittelter zurückgehende Kirchen voraus. Der erhaltene mächtige Westturm (Glockenturm) aus dem 12. Jahrhundert zeugt für die Wehrhaftigkeit der ganzen ehem. Anlage. Auch die starke Ummauerung des Kirchhofs ist als letzter Rest der ehemaligen Kirchenbefestigung anzusehen, die den Ortseinwohnern in Kriegszeiten die letzten Zufluchtsmöglichkeit bieten sollte. Für eine Wetterauer Dorfkirche einmalig ist auch die Gliederung des romanischen Turmes durch Lisenen und Rundbogenfriese mit Resten figuralen Tierschmuckes. Das Kirchenschiff wurde im 17. Jahrhundert von innen neu gestaltet und liebevoll restauriert. Eine ausführliche Beschreibung kann als Broschüre über das Pfarramt bezogen werden.
Sitz des Johanniter-Ordens
Wichtig für die weitere Entwicklung des kleinen Bauerndorfs Weisel sollte eine Entscheidung werden, die mit ziemlicher Sicherheit von Reichskämmerer Kuno I. von Münzenberg bald nach 1185 getroffen wurde, als sein Dienstherr, Kaiser Friedrich I. Barbarossa, dem geistlichen Ritterorden der Johanniter einen Schutzbrief ausgestellt hatte. Kuno I. stattete nämlich anscheinend in den Jahren darauf den Orden mit seinen Gütern in Nieder Weisel so großzügig aus, daß man hier eine eigene Kommende, einen Verwaltungs- und Wirtschaftsmittelpunkt mit hoher Selbständigkeit, einrichtete, die 1245 erstmals erwähnt wird.
Mit Unterstützung der Münzenberger dürften dann bald darauf Bildhauer und Handwerker aus dem Elsaß geholt worden sein, die hier in Nieder Weisel eine der wenigen zweigeschossigen Längskirchen in Deutschland errichteten und ein Baudenkmal vorzüglichen Ranges schufen. Es handelt sich dabei um eine im Erdgeschoß vierjochige, dreischiffige Halle, mit einer Vorhalle im Westen und einer halbrunden Hauptapsis im Osten und zwei außen rechteckigen Nebenapsiden. Das im 13. Jahrhundert unvollendete Obergeschoß diente als Krankensaal, damit die Kranken ebenfalls am Gottesdienst teilnehmen konnten.
(Text: Dr. D. Wolf, weitere Angaben auf den Seiten des
Butzbacher Geschichtsvereins und der Stadt
Butzbach)
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Pfarrerin Cornelia Hankel